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Was ist Oracle Data Guard?

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DB Masters Grundlagen Webinar zu Oracle Datenbank Hochverfügbarkeit: Was ist Oracle Data Guard?

In diesem Webinar erklären wir einige wichtige Begriffe und die Grundlagen der Standby Datenbank Architektur. Sowohl das erzeugen von Standby Datenbank als auch deren Konfiguration und Nutzung wird erklärt.

Begriffe und Architektur

  • Server - ein Datenbank Server.
  • Primäre Datenbank - die Datenbank auf die die Clients zugreifen.
  • Instanz - die Prozesse und das Memory um eine Oracle Datenbank zu nutzen.
  • Änderungslogfiles - enthalten alle Änderungen an Daten in den Datenbanken<./li>
  • physiche Standby datenbank - ist eine 1:1 Kopie der Primären Datenbank, die mit Hilfe der Änderungslogfiles aktuell gehalten wird.
  • Redo Log Transport - bezeichnet das Übertragen der Änderungslogfiles zwischen Primary und Standby Datenbank.
  • Redo Apply - ist das einspielen der Änderungslogfiles auf der phyischen Standby Datenbank.

Oracle Standby Datenbank erzeugen

Um eine Standby Datenbank zu erzeugen, sind mehrere Schritte nötig:

  • Oracle Netzwerkkonfiguration - erzeugen der nötigen Einträge in den Oracle Netzwerkkonfigurationsfiles
  • Datenbank für Standby (inkl Controlfile) - entweder Online aus der laufenden Datenbank oder Offline aus einem Backup
  • Optional: Standby Online Logfiles erzeugen - nur nötig, sofern der LGWR die Änderungsinformationen überträgt
  • Redo Log Transport einrichten und starten - Konfigurationeinstellungen in den Instanzen
  • Redo Apply (Recovery) starten - Recovery der Änderungsinformationen durchführen
  • Optional, empfohlen: Data Guard Broker konfigurieren - um die Standby Datenbank konfiguration zu automatisieren und überwachen

Standby Datenbank Arten

Physical Standby Database

  • Default und Basis für alles
  • Immer 1:1 Kopie der Primär-Datenbank. Backups können für Primär-Datenbank genutzt werden.
  • Aktualisierung: Redo Apply
  • Varianten: Snapshot Standby und Active Data Guard

Logical Standby Database

  • Entsteht aus Physical Standby
  • Nur die Dateninhalte können ident sein, die Datenbank Files sind es nicht mehr.
  • Aktualisierung: SQL (DML) Replay
  • Varianten: keine

Protection Mode

Der Protection Mode gibt an, welche Anforderungen and die Primary - Standby Datenbank gestellt werden

  • Maximum Performance (Default) - Archivelog Transport ausreichend, LGWR Transport erlaubt, Redo Apply immer mittels Archivelogs.
  • Maximum Availability - LGWR Transport erforderlich. Redo Apply normalerweise sofort mit Standby Online Logfiles. Nach Netzwerkausfall = Fallback auf Archivelog Transport
  • Maximum Protection - Wie Maximum Availability aber zusätzlich. Wenn das Netzwerk oder die Standby Datenbank nicht funktionieren, terminiert die Primär-Datenbank

Switchover und Failover

Switchover

  • Geplant (zb: OS/HW Wartung)
  • Garantiert kein Datenverlust
  • Es kann sofort wieder zurück geschalten werden
  • Sofern Applikation es unterstützt, bemerkt der Benutzer nichts davon. Hinweis: Webinar zum Thema RAC, RAC OneNode und Single Instanz

Failover

  • Ungeplant (RZ/Server Ausfall)
  • Datenverlust möglich
  • Zurückschalten erst nach Admin Eingriff möglich, notfalls muss Standby neu aufgebaut werden.
  • Möglicherweise transparent für den Benutzer – aber mit Problemen, sofern Datenverlust aufgetreten ist.

Oracle Data Guard Funktionalität

Die bisher beschriebenen Funktionalitäten sind genau genommen die Standby Datenbank. On Top gibt es nur den Data Guard, der unter anderem folgende Aufgaben hat:

  • Überwachung der Konfiguration
  • Einfaches Switchover/Failover mit einem Befehl
  • Einfaches Wiederaufsetzen nach Failover
  • Definieren des Transports und dessen Einstellungen
  • Redo Apply starten/stoppen
  • Optional: Automatisches Failover auf Standby wenn Primär-Datenbank ausfällt

Active Data Guard

Ist eine phyische Standby Datenbank, die während des Redo Apply Read Only geöffnet ist.

  • Die Applikation kann beispielsweise Reports auslagern.
  • Aktuelle Oracle Versionen erlauben “leichte DML Last“, die über Datenbank Links zurück auf die Primary Datenbank schreiben.
  • Benötigt die kostenpflichtige Active Data Guard Option

Wozu benötigt man welche Standby Datenbanken?

  • Rolling Database Upgrades - Logical Standby (nur für Upgrade)
  • Serverausfall - Physical Standby
  • Desaster Toleranz - Physical Standby
  • Backup Offloading - Physical Standby
  • Applikationstests - Snapshot oder Logical Standby
  • Query Offloading - Active Data Guard oder Logical Standby
  • Basis für DWH - Logical Standby Database

Zusammenfassung

  • Standby Datenbanken bieten Lösungen zu verschiedenen Anforderungen.
  • Logical Standby Datenbanken sind eher die Ausnahme und werden meist nur für Rolling Upgrades genutzt.
  • Je nach Anforderungen und Konfiguration gibt es Unterschiede für die korrekte Lizenzierung.
  • Die korrekte Implementierung kann einige Tücken haben und zu Lizenzvergehen führen.

Wir unterstützen Sie bei der Bedarfserhebung, korrekten Umsetzung und auch beim Betrieb Ihrer Standby Datenbanken.

 

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